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MERS - die neue Virus-Gefahr

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MERS - die neue Virus-Gefahr

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MERS -so die Abkürzung für “Middle East respiratory syndrome”, also “aus dem Nahen Osten kommendes Atemwegs-Syndrom” – gehört zur gleichen Familie wie das bekanntere SARS.
Der Unterschied MERS ist weniger ansteckend. Wenn dieser Virus aber einen Menschen infiziert hat, verläuft die Krankheit häufiger tödlich.
Und MERS ist reisefreudiger, wie der Wissenschaftler Matthew Freiman von der University of Maryland School of Medecine betont. Er muss nur den richtigen Wirt finden, der den Virus in andere Länder trägt, ohne es zu merken.

In diesem Fall ist die Arabische Halbinsel seine Heimat. Dort tritt MERS besonders häufig auf.
Aber auch bei Reisenden aus den Nachbarländern Iran und Irak ist Vorsicht geboten. An den Flughäfen haben die Gesundheitsbehörden inzwischen ein besonders wachsames Auge bei Reisenden aus dieser Gegend. Die beiden in den USA aufgetauchte Fälle betreffen Personen, die sich in Saudi Arabien angesteckt haben.

Anne Schuchat vom US-Gesundheitsdienst verweist auf unterschiedliche Sicherheitsstandards.
Befallene Personen müssen sofort isoliert werden und die Räume, in denen sie waren, müssen gründlich gereinigt werden. Leider werden solche Standards nicht überall auf der Welt eingehalten.

Beim momentanen Stand der Wissenschaft ist dem MERS-Virus am besten beizukommen, indem man seine Verbreitung verhindert. Ein Impfstoff befindet sich erst in der Phase der Tierversuche. Der Forscher sagt: “Wir wissen, dass der Impfstoff bei Tieren neutralisierende Antikörper produziert. Wir setzen diese Studien jetzt mit Mäusen und Affen fort.
Erst wenn es bei ihnen auch funktioniert, kann der Stoff Menschen gegeben werden.”

Seit September 2012 haben sich in Saudi Arabien mehr als 400 Menschen infiziert. Und zwar oft im Kontakt mit Kamelen. Darum sollen die Tiere jetzt Mikroships bekommen, um so die Ausbreitung von MERS überwachen und begrenzen zu können.

Laut WHO wurden MERS-Fälle bisher in 17 Ländern festgestellt.