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Cannes 2014: Viele alte Bekannte und ein umstrittener Eröffnungsfilm

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Cannes 2014: Viele alte Bekannte und ein umstrittener Eröffnungsfilm

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Und wieder ruft das Film Festival von Cannes, die 67. Ausgabe, mit Weltstars, Filmperlen und Autorenkino. Achtzehn Beiträge zählt der Hauptwettbewerb. Alte Bekannte und Palmegewinner sind dabei, von Ken Loach und Mike Leigh über die Dardenne-Brüder bis zu Jean-Luc Godard. Thierry Fremaux, der künstlerische Leiter des Filmtreffens, ist zufrieden mit der Auswahl.

Thierry Fremaux: “Cannes ist immer noch das wichtigste Film Festival der Welt, aus vielerlei Gründen, weder Toronto noch Berlin können da mithalten. Aber das bedeutet nicht, dass wir für immer das größte Festival der Welt bleiben werden. Wir müssen an die Zukunft denken. Und ich freue mich, dass sich für die Zukunft viele Möglichkeiten abzeichnen.”

Eröffnet wird der Filmreigen außer Konkurrenz mit einem fürstlichen Leinwandspektakel: “Grace of Monaco”, mit Nicole Kidman.

Das Drama von Olivier Dahan erzählt vom schwierigen Weg der Schauspielerin Grace Kelly zur Fürstin Gracia Patricia. Und sorgte schon im Vorfeld für Zwist. Die echte Fürstenfamilie war nicht begeistert von der filmischen Darstellung und kündete an, sie werde aus Protest nicht an der Premiere teilnehmen.

Um so gespannter schaut nun der Rest der Welt auf den umstrittenen Eröffnungsfilm.

Zu den diesjährigen Anwärtern auf die Goldene Palme gehört auch Atom Egoyan, bereits seine sechste Wettweberbsteilnahme. Der Kanadier mit armenischen Wurzeln ist ein gern gesehener Gast in Cannes. Sein Thriller “The Captive” erzählt die verstörende Geschichte einer Entführung.

Ryan Reynolds und Mireille Enos spielen das Elternpaar, das mit dem mysteriösen Verschwinden der Tochter konfrontiert wird. Auch acht Jahre später will der Vater nicht an den Tod der Tochter glauben.

Auch der Western “The Homesman” von und mit Tommy Lee Jones läuft im Wettbewerb. An seiner Seite glänzen Hilary Swank, Hailee Steinfeld, William Fichtner und Meryl Streep.

Der Streifen handelt von drei Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, die aus dem Wilden Westen zur Heilung an die Ostküste zurückgebracht werden sollen.

Konkurrenz bekommt Tommy Lee Jones unter anderem vom türkischen Regisseur Nuri Bilge Ceylan, den Kanadiern David Cronenberg und Xavier Dolan und dem Franzose Michel Hazanavicius. Auch eine Frau hat es diesmal in die exklusive Wettbewerbsrunde geschafft, die Italienerin Alice Rohrwacher.

Die Jury steht und dem Vorsitz von Jane Campion, der bislang ersten und einzigen Frau, die je die Goldene Palme gewonnen hat.

Das Festival an der Côte d’Azur findet bis zum 25. Mai statt.

Deutschsprachige Regisseur sind diesmal nur in der Nebenreihe “Un Certain Regard” vertreten: Die Österreicherin Jessica Hausner mit “Amour Fou” und der Deutsche Wim Wenders mit “The Salt of the Earth”.