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Russland beendet überraschend ISS-Programm

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Russland beendet überraschend ISS-Programm

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Nach fast einem halben Jahr im All sind drei
Raumfahrer zur Erde zurückgekehrt. Der Russe Michail Tjurin, der US-Amerikaner Rick Mastracchio und der Japaner Koichi Wakata landeten planmäßig am Mittwochmorgen in der Steppe von Kasachstan.

Etwa dreieinhalb Stunden zuvor hatte das Trio an Bord einer russischen Sojus-Kapsel die Internationale Raumstation ISS verlassen.

Für Aufregung vor dem Personalwechsel hatte die Ankündigung von Russlands Vizeregierungschef Dmitri Rogosin gesorgt, die ISS nach 2020 nicht mehr mitbetreiben zu wollen:

“Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos – also unsere Kollegen – und andere Experten sind bereit, sich auf andere perspektivische kosmische Projekte zu konzentrieren. Wir wollen das russische Raumfahrtprogramm weiterentwickeln und benötigen deshalb die ISS nur bis zum Jahr 2020.”

Russland schlägt damit das Angebot der
USA aus, den Außenposten der Menschheit mindestens bis 2024
weiterzubetreiben. Beobachter schlossen nicht aus, dass der Schritt auch eine Reaktion auf den Ukraine-Konflikt sein könnte.
Wegen der Krise hatte die US-Raumfahrtagentur Nasa erst vor kurzem ihre Zusammenarbeit mit Roskosmos teilweise eingestellt.

Die russische Ankündigung kommt kurz bevor der Deutsche Alexander Gerst gemeinsam mit dem Russen Maxim Surajew und dem US-Astronauten Reid Wiseman am 28. Mai für ein halbes Jahr zur ISS fliegt.