Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Bob Wilson bringt den Weltkrieg auf die Bühne


le mag

Bob Wilson bringt den Weltkrieg auf die Bühne

Mit Unterstützung von

An den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren erinnert der amerikanische Avantgarde-Regisseur Robert Wilson mit dem Stück “1914” am Prager Nationaltheater. Der für spektakuläre, Genre übergreifende Bühnenarbeiten bekannte Theatermann zieht Parallelen zur aktuellen Epoche.

Robert Wilson: “Die Geschehnisse 1914 und 2014 ähneln sich, lesen Sie sich einfach die Schlagzeilen oder schauen Sie die Nachrichten. 3014 wird es vermutlich genauso sein, es immer dieselbe Geschichte.”

Das Stück basiert auf zwei Literaturklassikern: “Die letzten Tage der Menschheit” von Karl Kraus und “Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk” von Jaroslav Hašek.

Wilson unterstreicht die ironischen Untertöne beider Texte mit der für seinen Theaterstil typischen ausdruckstarken, übertriebenen Körpersprache.

Robert Wilson: “Für mich ist alles Musik. Das kann jemand, sein der spricht. Der Klang der Stimme, wenn jemand spricht oder auch nicht, man hört dennoch etwas. Das ist alles Teil einer Klanglandschaft, das ist alles Musik.”

Wilsons Stück ist Teil eines Projekts des internationalen Theaternetzwerks Union des Théâtres de l'Europa (UTE)
. Die vor 30 Jahren gegründete Union steht heute unter dem Vorsitz von Ilan Ronen, Leiter des Habima-Nationaltheaters in Tel Aviv.
“Conflict Zones” heißt das Projekt, eine Bestandsaufnahme.

Ilan Ronen: “Jede Konfliktzone bedeutet eine Bedrohung. Und wir als Künstler können Brücken bauen zwischen den Krisengebieten und dazu beitragen, dass es nicht zu einer weiteren Explosion kommt. Jeden Tag kann das geschehen.”

Im Rahmen des Projekts, das die nächsten Jahre umspannen wird, sind von einem Rahmenprogramm begleitete Aufführungen quer durch Europa geplant.
“1914” steht bis Ende des Jahres in Prag auf dem Spielplan.

Auswahl der Redaktion

Nächster Artikel

le mag

Laurel Canyon - Im Tal der Musiker