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Experten: Sportwetten schlimmer als Match-Fixing

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Experten: Sportwetten schlimmer als Match-Fixing

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Jahr für Jahr werden mehr als 100 Milliarden Euro über Sportwetten gewaschen, weite Teile des Geschäfts sind fest in der Hand der organisierten Kriminalität. Das steht in einem Bericht, den die Pariser Uni Sorbonne und das Internationale Zentrum für Sportsicherheit ICSS aus Katar jetzt vorgelegt haben. Dabei haben man das Problem in den vergangenen Jahren etwas übersehen, hieß es.

Der Direktor des ICSS, Chris Eaton, sagte: “Wir haben uns in den letzten fünf Jahren vor allem auf die Manipulation von Spielen konzentriert, nun müssen wir aber den Kern des Problems im Sport angehen, und das ist der Wettbetrug. Fakt ist, dass fast der gesamte Wettmarkt undurchsichtig ist, er ist nicht transparent. Das heißt nicht, dass er unbedingt illegal ist, denn manchmal sind das ganz legale Organisationen, aber sie werden nicht überall korrekt und intensiv reguliert, wie es beispielsweise in Europa der Fall ist.”

Vor allem in Südostasien sei Wettbetrug stark vertreten, hieß es. Das liege unter anderem am steigenden Wohlstand vieler Menschen in China. Als Gegenmaßnahme schlagen die Wissenschaftler unter anderem eine übergreifende Wettsteuer vor, damit internationale Untersuchungen finanziert werden können.

Allerdings gibt es auch Kritik. Der Sportexperte und Buchautor Declan Hill schreibt, die Autoren verwechselten illegale Wetten wiederholt mit Spielmanipulation. Zudem bringe die Studie oft die tatsächlichen mit den gemeldeten Korruptionsfällen durcheinander.