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Gletscherschmelze in Antarktis noch bedrohlicher als erwartet

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Gletscherschmelze in Antarktis noch bedrohlicher als erwartet

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Der Zusammenbruch des Eisschildes in der Westantarktis ist offenbar nicht mehr zu stoppen. In jüngsten Studien zeichnen US-Forscher ein düsteres Bild für die Zukunft der sechs großen antarktischen Gletscher. Die riesigen Eismassen schmelzen viel schneller, als bislang angenommen. Dies ergaben von der NASA und Universitäten in Kalifornien und Washington durchgeführte Untersuchungen.

Eric Rignot, NASA-Wissenschaftler, University of California: “Wir haben den Punkt des unumkehrbaren Rückzugs erreicht, es nur eine Frage der Zeit, bevor die Gletscher vollkommen im Meer versinken.”

Die mit Hilfe von Satelliten, Flugzeugen und Schiffen gesammelten Daten wurden in Computeranimationen zusammengefasst, die die Geschwindigkeit der Schmelze verdeutlichen. In den rot gekennzeichneten Gebieten ist die Schmelze besonders stark, warnt Eric Rignot.

“Wir sehen in diesen Gebieten Rückzugsraten, die es nirgendwo sonst gibt, von etwa einem Kilometer pro Jahr. Das mag für Laien nicht alarmierend klingen, aber die meisten Gletscher ziehen sich nicht derart stark zurück.”

Beängstigend ist etwa die Schmelze am Smith Gletscher. Anhand von Radarbildern konnten die Wissenschaftler die Grundlinie festlegen. Das ist der Bereich, bis zu dem das Eis auf Felsen ruht.Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich der Gletscher innerhalb von 15 Jahren um 35 Kilometer zurückgezogen hat.

Damit sei der Punkt ohne Wiederkehr überschritten, mit dramatischen Konsequenzen für die Menschheit. Allein die Schmelze der sechs in die Amundsensee mündenden Gletscher könnte über einen Zeitraum von wenigen Jahrhunderten den Meeresspiegel um 1,2 Meter ansteigen lassen.

In den bisherigen Berechnungen des Weltklimarats zum Anstieg der Meeresspiegel sei dieses Phänomen nicht ausreichend berücksichtigt worden, warnen die Wissenschaftler.