Eilmeldung

Eilmeldung

Nach Horrormeldungen: Katar plant neues Arbeitsgesetz

Sie lesen gerade:

Nach Horrormeldungen: Katar plant neues Arbeitsgesetz

Schriftgrösse Aa Aa

Katar will seine Arbeitsgesetze ändern. Die gegenwärtigen Regelungen verbieten ausländischen Angestellten die Ein- und Ausreise, wenn keine Bürgschaft eines Katarers vorliegt. Menschenrechtsorganisationen kritisieren dieses System scharf.

Mohammed al Ateeq, Mitarbeiter des katarischen Innenministeriums, sagt: “Der Entwurf ermöglichst es den Angestellten, den Arbeitgeber zu wechseln und er erleichtert die Möglichkeit, das Land zu verlassen. Das Gesetz sieht höhere Geldbußen für Arbeitgeber vor, die ihren Angestellten die Pässe abnehmen.”

Seit der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2022 an Katar stehen die Arbeitsbedingungen mehr denn je im Fokus der Öffentlichkeit.

“Wir handeln nicht unter Druck”, sagt Ali Alkhulaifi aus dem Arbeitsministerium. “Wir arbeiten ständig an der Weiterentwicklung der Arbeitsgesetze. Meiner Meinung nach haben wir gute Regelungen, die die Arbeitnehmerrechte schützen.”

Britische Medien berichteten im vergangenen Jahr über erhebliche Missstände auf Baustellen in Katar. Todesfälle, Unterdrückung und Sicherheitsmängel seien beinahe an der Tagesordnung, schrieben die Reporter des “Guardian” in Folge ihrer Ermittlungen.

“Sollte dieser Gesetzesentwurf verabschiedet werden, wäre das Katars Antwort auf die Kritik vieler Menschenrechtsorganisationen rund um die Lage der ausländischen Arbeiter”, so euronews-Reporterin Maha Barada. “Viele Menschen hier empfinden das als einen historischen Schritt, der das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer grundlegend ändern könnte.”