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Schweizer entscheiden über Rekord-Mindestlohn

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Schweizer entscheiden über Rekord-Mindestlohn

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Die Schweizer entscheiden an diesem Sonntag per Volksabstimmung unter anderem über ein militärisches Thema – neue Kampfjets – und ein militantes: Soll es künftig in der Schweiz einen gesetzlichen Mindestlohn geben?

Mit der Initiative streben die Gewerkschaften und die
Sozialdemokraten die Einführung einer gesetzlich vorgeschriebenen Lohnuntergrenze an – zunächst 22 Franken pro Stunde,18 Euro.

Thomas Delicado:

“Ich bin Schweizer und ich lebe in Frankreich. Das wär wirklich praktisch, dieser Mindestlohn, und dann die niedrige Miete in Frankreich. Fänd’ ich sehr gut.”

Von dem geforderten Mindestlohn würde nur eine Minderheit profitieren, etwa 330 000 Arbeitnehmer. Die meisten Beschäftigten bekommen bereits jetzt mehr.

Wird die Schweiz jetzt sozialistisch? Fragt die Handelszeitung. Eher nicht, so die Umfragen.

Universität Genf, Professor Pascal Sciarini:

“Es gibt wirklich diese Vorstellung, die Schweizer Bevölkerung hat sie verinnerlicht: Gier, hohe Lohnforderungen, zu viel Urlaub – das kann für die Gesamtwirtschaft negative Folgen haben und sich eines Tages gegen die Mitarbeiter wenden, die womöglich ihre Arbeit verlieren …. “

Der vorgeschlagene Mindestlohn ist mehr als doppelt so hoch wie die deutsche Marke 8,50 €, Großbritanniens 7,75 Euro ( £ 6,31) oder die 5,30 Euro ($ 7,25) in den USA, die Präsident Barack Obama bis auf 7,37 Euro ($ 10,10) anheben will. Schweizer Weltrekord.

Allerdings: Bei einem weltweiten Vergleich der Weltbank landeten die Schweizer Lebenshaltungskosten auch um saftige 110 Prozent über dem Welt-Durchschnitt (Deutschland +40 Prozent).

su mit dpa, Reuters