Eilmeldung

Eilmeldung

Vier Wochen vor der WM: Streik- und Protestwelle in Brasilien

Sie lesen gerade:

Vier Wochen vor der WM: Streik- und Protestwelle in Brasilien

Schriftgrösse Aa Aa

Vier Wochen vor WM-Anpfiff hat Brasilien eine erste größere Protestwelle erlebt. Tausende Menschen gingen in mehreren Austragungsorten der Weltmeisterschaft auf die Straße und bekundeten ihre Unzufriedenheit. In der WM-Eröffnungsstadt São Paulo kam es zu Tumulten. Maskierte Randalierer demolierten Geschäfte und Banken und zündeten Müll auf der Straße an. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Am sogenannten “Internationalen Tag des Kampfes gegen die WM” nahmen zahlreiche soziale Organisationen teil.

“Wir haben die Frage gestellt, für wen diese Weltmeitserschaft ist”, sagt eine Demonstrantin, “jetzt ist es Zeit, die Antwort zu geben. Diese Weltmeisterschaft ist nicht für die Mehrheit des brasilianischen Volkes. Deshalb sind wir gegen diese Art von Veranstaltungen, die das Volk ausschließen.”

“Cup der Toten”, hiess es auf einigen Plakaten – auch im Gedenken an die Arbeiter, die beim Bau der WM-Stadien ums Leben kamen. Obdachlosenverbände forderten bezahlbare Wohnungen, streikende Lehrer mahnten in Rio und São Paulo bessere Arbeitsbedingungen an. Viele Demonstranten trugen Plakate, auf denen in Anspielung auf die neuen und modernen WM-Stadien die Forderung stand: “Schulen und Hospitäler nach FIFA-Standard”.