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Wütende Angehörige nach dem Unglück von Soma: "Wir haben seit 30 Stunden nichts gehört"

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Wütende Angehörige nach dem Unglück von Soma: "Wir haben seit 30 Stunden nichts gehört"

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Nach dem verheerenden Grubenunglück im türkischen Soma haben die Rettungskräfte auch in der Nacht zum Freitag die Bergungsarbeiten fortgesetzt. Wie viele Kumpel noch immer in der Tiefe eingeschlossen sind, ist unklar. Mindestens 282 Bergleute starben, die meisten durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen – auch für die Retter blieb die Grube gefährlich: “Einige unserer Freunde wurden durch Rauch vergiftet”, so der Helfer Ozgur Ciftci. “Wir kommen in einige Teile des Bergwerks nicht herein, bevor der Rauch verzogen ist, deswegen warten wir.”

Unter den Angehörigen steigt die Wut und Verzweiflung. Sie wollen endlich Gewissheit, auch wenn es fast keine Hoffnung mehr gibt. “Ich warte auf meinen Bruder”, so Simgul Coskun. “Wir haben seit 30 Stunden nichts gehört. Soll das menschlich sein? Wir warten seit Stunden auf ihn, sie sollten ihn längst geborgen haben, tot oder lebendig!”

Viele der Kumpel wurden bereits auf dem Friedhof von Soma beerdigt. Mit Hilfe von Freiwilligen wurden mehr als 200 Gräber ausgehoben. Tausende trauerten um die toten Bergleute.

In Soma und auch bei Protesten in den großen Städten des Landes machen viele die Regierung und die Betreiberfirma wegen der Missachtung von Sicherheitsbestimmungen verantwortlich. Die Polizei löste die Proteste in mehreren Städten mit Gewalt auf. Gewerkschaften riefen zu Streiks auf.