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Bergungsarbeiten in Soma abgeschlossen

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Bergungsarbeiten in Soma abgeschlossen

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Vier Tage nach dem schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei sind die Bergungsarbeiten eingestellt worden. 301 Kumpel fanden den Tod, 485 Bergleute konnten gerettet werden. Ein am Morgen ausgebrochenes neues Feuer im Kohlebergwerk hatte den Abschluss der Sucharbeiten verzögert. Ursache des Unglücks war nach bisherigen Erkenntnissen ein elektrischer Defekt, der unter Tage zu einer Explosion und einem Brand geführt hatte.

Den Angehörigen der Opfer sagte Energieminister Taner Yildiz Hilfe zu: “Wir werden eine technische, administrative und juristische Untersuchung des Unglücks durchführen und wir werden dabei weder auf den privaten noch auf den staatlichen Sektor Rücksicht nehmen”, kündigte der Minister an.

Die Lage in Soma ist nach wie vor gespannt. Nach Angaben der Anwaltskammer wurden 36 Personen festgenommen, unter ihnen acht Rechtsanwälte. Ihnen wird vorgeworfen gegen das in Soma geltende Versammlungsverbot verstoßen zu haben.

Das Unglück hat wütende Proteste gegen die Regierung Erdoğan ausgelöst, der Kritiker eine Mitschuld an der Katastrophe geben. Erneut kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Ordnungskräfte gingen vereinzelt mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Mehrere Dutzend Personen wurden festgenommen.