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Balkanflut: Lage entspannt sich langsam

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Balkanflut: Lage entspannt sich langsam

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Nach der Jahrhundertflut auf dem Balkan hat sich die Lage am Sonntag etwas entspannt. In der am schwersten betroffenen serbischen Stadt Obrenovac konnte das teilweise überschwemmte Heizkraftwerk gesichert werden. Um das Kohlekraftwerk Kostolac errichteten Helfer Schutzdämme aus Sandsäcken. Beide Anlagen liefern etwa 70 % des Stroms in Serbien. Wegen der Überschwemmung ist die serbische Stromerzeugung bereits um 40 % gefallen, das wirtschaftlich schwer angeschlagene Land ist jetzt auf Elektrizitätsimporte angewiesen.

Die Pegelstände vieler Flüsse steigen nicht mehr. Jetzt beginnt die gezielte Suche nach Todesopfern. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 44 Menschen ums Leben.

In Belgrad und Nis trafen zwei weitere Frachtmaschinen mit Hilfsgütern aus Russland ein. Auch mehrere EU-Staaten haben Hilfslieferungen gesandt. Die EU schickte 5.000 Mahlzeiten, 7.000 Liter Wasser und 200 Feldbetten sowie Schlafsäcke nach Belgrad.

In Bosnien-Hercegovina wurden dem Vernehmen nach mehrere Dörfer in der Umgebung von Zenica vollständig zerstört. Mehr als 30.000 Menschen mussten in Serbien und Bosnien-Hercegovina ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden in Kasernen, Schulen und Turnhallen untergebracht.

“Ich habe alles verloren, meine Wohnung, alles wurde zerstört”, klagt Zlata Ahmetspahic.

Nach Angaben von Meteorologen ist dieses Hochwasser das schlimmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 120 Jahren. Innerhalb von drei Tagen fiel so viel Niederschlag wie sonst in drei Monaten. Rund ein Drittel Bosnien-Hercegovinas gleicht einer Seenplatte.

Weiterführender Link

Staatlicher Hydrometeologischer Dienst der Republik Serbien: Aktuelle Pegelstände (serbisch)