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Portugal verlässt EU-Rettungsschirm - Lissabon weiter auf Reformkurs

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Portugal verlässt EU-Rettungsschirm - Lissabon weiter auf Reformkurs

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Portugal hat den Euro-Rettungsschirm nach drei Jahren verlassen. Man habe das Vertrauen der Investoren in die portugiesische Wirtschaft wieder herstellen können, so Regierungschef Pedro Passos Coelho. Lissabon hat wie zuvor Irland keinen Kredit für den Notfall beantragt.

Staatschef Anibal Cavaco Silva bezeichnete das Ende der Troika-Hilfen als Meilenstein – schwor die Bevölkerung jedoch auf weitere Zugeständnisse ein: “Die Portugiesen haben viel Sinn für Verantwortung gezeigt, aber das Ende der Hilfen bedeutet nicht, dass die harten Auflagen für Portugal vorbei sind.”

Die Arbeitslosigkeit sei mit 15 Prozent “unakzeptabel” hoch, hieß es auch aus der EU. Die Sparpolitik Lissabons soll noch weitere 20 Jahre von der EU kontrolliert werden. Auch der stellvertretende Außenminister Carlos Moedas betonte, dass die Reformen fortgesetzt werden müssen: “Der Reformplan hat folgende Säulen: Wettbewerbsvorteile, Investition in Humankapital, Beschäftigung und Staatsreformen.”

Die Troika hatte Portugal 2011 mit 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt, dafür musste die Bevölkerung schmerzliche Einschnitte bei Sozialleistungen hinnehmen. Opposition und Gewerkschaften beklagen eine flächendeckende Verarmung und die Zerstörung der Mittelklasse.

Portugal ist eines von fünf Ländern, die mit internationalen Hilfen durch die Schuldenkrise gebracht wurden. Nach dem Ende des Rettungsschirms für Lissabon hängen nur noch Griechenland und Zypern am internationalen Finanztropf.