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Türkei: Regierung verspricht Aufklärung von Grubenunglück

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Türkei: Regierung verspricht Aufklärung von Grubenunglück

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Die Bergungsarbeiten nach dem Grubenunglück im türkischen Soma sind zu Ende. 301 Kumpel kamen ums Leben, 485 wurden gerettet. Nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei herrschte in Soma zuletzt angespannte Ruhe, dafür sorgten die Sicherheitskräfte mit Checkpoints und Festnahmen. Als Ursache für das Unglück gilt ein elektrischer Defekt unter Tage, der zu einer Explosion und einem Brand führte. Die Bergmänner erinnert an Ihre toten Kumpel, die oft Verwandte waren.

Der Bergmann Gulir sagte: “Mein Vater wird noch vermisst, er hat fünf Jahre hier gearbeitet, dann ging er in Rente. Aber nach drei Monaten kam er zurück, weil das Geld nicht reichte. Ich wollte ein besseres Leben, ich wollte vom Computer aus arbeiten, aber ich konnte nicht studieren, weil ich meine Familie und meinen Vater finanziell unterstützen wollte.”

Bei teils strömendem Regen wurden die Opfer bestattet, während aus der Zeche noch immer Rauch ausströmte. Die Hinterbliebenen sind sauer, sie verlangen eine Erklärung von der Regierungspartei AKP, der hier viele bisher immer die Treue gehalten haben.

Energieminister Taner Yildiz sagte den Angehörigen der Opfer Hilfe zu. Weiter sagte er: “Wir werden eine technische, administrative und juristische Untersuchung des Unglücks durchführen und wir werden dabei weder auf den privaten noch auf den staatlichen Sektor Rücksicht nehmen.”

Das Unglück hat wütende Proteste gegen die Regierung Erdoğans ausgelöst, der Kritiker eine Mitschuld an der Katastrophe geben. Erneut kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Ordnungskräfte gingen vereinzelt mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Mehrere Dutzend Personen wurden festgenommen.