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Verurteilter französischer Skandalbanker Kerviel will in Italien bleiben: "Soll die Polizei doch kommen"

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Verurteilter französischer Skandalbanker Kerviel will in Italien bleiben: "Soll die Polizei doch kommen"

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Der wegen Milliardenspekulationen verurteilte französische Ex-Banker Jérôme Kerviel hat erklärt, dass er zunächst nicht nach Frankreich zurückkehren werde. Dort soll er sich bis Sonntagabend bei der Polizei melden. Kerviel ist zurzeit in Italien. Dort wolle er die Antwort des französischen Präsidenten auf ein Gnadengesuch abwarten. Kerviel: “Ich habe François Hollande gebeten, den Zeugen Immunität zu gewähren, sodass sie frei darüber reden können, was in meinem Fall schief gelaufen ist. Ich warte hier auf seine Antwort. Soll die Polizei doch kommen, wenn sie mich holen will.”

Er sei bereit die auf drei Jahre angesetzte Haftstrafe anzutreten, so Kerviel. Nach einem Treffen mit dem Papst in Rom hatte der reumütige Ex-Spekulant den Rückweg zu Fuß angetreten – eine Art Wallfahrt angesichts der “Störungen des Finanzsystems und seiner Akteure”, wie ihn die französische Tagezeitung "Le Monde" zitierte.

Der 37-Jährige beschuldigte seinen ehemaligen Arbeitgeber, die französische Großbank Société Generale, einen Zeugen bestochen zu haben. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er eigenmächtig und skrupellos fast fünf Milliarden Euro verspekuliert hatte.