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Balkanflut: Die Not kommt nach dem Hochwasser

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Balkanflut: Die Not kommt nach dem Hochwasser

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Es ist eine Flut fast biblischen Ausmaßes, die schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 120 Jahren. Mindestens 39 Todesopfer forderten die Überschwemmungen auf dem Balkan in den vergangenen fünf Tagen.

In drei Tagen fiel so viel Regen wie sonst in zwei Monaten. Noch immer arbeiten sich die Wassermassen durchs Land, einigen Regionen stehen die Höchststände noch bevor. Dort, wo das Wasser zurückgeht, wird das Ausmaß der Zerstörung sichtbar.

“Ich kann nicht alles wieder von vorne aufbauen, nicht in meinem Alter. Das würde ich nicht verkraften, dann vielleicht lieber der letzte Ausweg”, sagt ein verzweifelter Mann und meint damit Suizid. Das Dorf des Mannes wurde fast vollständig von Schlammmassen begraben.

Schlamm, Unterspülungen und Erdrutsche zerstörten vor allem in Bosnien zahlreiche Häuser. Laut der Regierung sollen rund 100.000 Gebäude unbewohnbar geworden sein. Gut 500.000 Menschen mussten demnach in Bosnien ihre Häuser verlassen. In Serbien sind es mindestens 25.000.

Etwa eine Million Menschen sind in Bosnien und Herzegowina derzeit ohne sauberes Trinkwasser, die Seuchengefahr steigt. Experten fürchten außerdem, dass vielerorts Landminen aus den Kriegen der 90er Jahre hochgespült wurden und jetzt beispielsweise Wasserkraftwerken gefährlich werden könnten.
Mehrere Hilfsorganisationen haben Spendenaktionen für die betroffenen Regionen gestartet. Auch die EU will im Rahmen ihres Zivilschutzprogramms bei der Bewältigung der Folgen helfen.