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Briten vor der Europawahl zwischen Ablehnung und Unwissenheit

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Briten vor der Europawahl zwischen Ablehnung und Unwissenheit

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Während die Mehrheit der Europäer am Wochenende an die Wahlurnen gebeten wird, stimmen die Briten bereits am Donnerstag ab. Bei Europawahlen lag die Wahlbeteiligung in Großbritannien seit 1979 nie höher als 38,5 Prozent. Auch in diesem Jahr rätseln viele Briten, worüber sie überhaupt abstimmen sollen.

“Wir wissen nichts von der Europawahl. Wir sind Briten, aber wir haben keine Ahnung, was in Europa passiert”, sagt eine Passantin.

“Das, was in Brüssel geschieht, ist nicht transparent. Es ist nicht klar, auf welche Weise das die Leute betrifft, die hier leben”, so ein Brite.

In den jüngsten Umfragen erhält die europaskeptische Ukip-Partei von Nigel Farage 35 Prozent und wäre damit stärkste Kraft. Der Rechtspopulist will, dass das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union austritt. Brüssel sei vielen Briten schlichtweg fremd, meint die Analystin Katie Ghose:

“95 Prozent der britischen Wähler wissen nicht, wer ihr Europaabgeordneter ist. Das ist schockierend und ein weiteres Beispiel für die Kluft zwischen den Briten und Europa. Wir müssen das Wahlverfahren ändern. Weder Parteien noch Wähler befürworten das aktuelle System”, sagt Ghose.

Für Premierminister David Cameron, dessen konservative Partei in den jüngsten Umfragen 20 Prozent und damit 15 Prozentpunkte weniger als Ukip erhält, hat die Europawahl auch eine zukunftsweisende Bedeutung. Denn im Mai 2015 finden die britischen Parlamentswahlen statt.