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Bulgarien: Zum Joghurt die Autoschlösser

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Bulgarien: Zum Joghurt die Autoschlösser

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Bulgarien freut sich über einen wahreren Autozulieferer-Boom. Dutzende Unternehmen aus dem Ausland investieren beim ärmsten Mitglied der Europäischen Union – ein Nachzügler des Investitionsbooms in Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei in den 1990er Jahren.

Das Land wirbt mit niedrigen Steuern und Arbeitskosten, und einer Währung, die an den Euro gekoppelt ist.

Kostadin Djatev, stellvertretender Geschäftsführer der staatlichen Agentur für Auslandsinvestitionen*:

“Die Gesamtsteuerbelastung für Unternehmen in Bulgarien ist eine der niedrigsten in der Europäischen Union. Und oben drauf können Unternehmen, die sich von uns zertifizieren lassen, nach dem Investitionsförderungsgesetz weitere Vorteile in Anspruch nehmen, etwa Rückerstattung von Sozialabgaben.”

Das schlagkräftigste Argument: Eine Stunde Industriearbeit** kostet ganze 3,40 Euro, ein Siebtel des EU-Schnitts von 24,60 Euro. Und in Deutschland kostet die Stunde gut das Zehnfache. Einige Länder im Norden wie Belgien, Schweden, Norwegen kommen sogar über 40 Euro. (Zahlen: (Eurostat)

Das zieht sogar Investoren wie die Firma Great Wall Motor aus China an, die in Bulgarien einen Pickup (Steed Pickup) montieren lässt.

Oder Witte Automotive, einen Hersteller von Schlössern, Scharnieren, Schließgarnituren und Griffsystemen aus Velbert in Nordrhein-Westfalen.

Aus rund 260 Beschäftigten in Bulgarien sollen doppelt so viele werden, man rechnet 2014 mit mehr als 25 Millionen Euro Umsatz – nach weniger als 1 Mio. Euro im Jahr 2010.

Die Branche insgesamt exportiert für rund 1 Milliarde Euro pro Jahr, doppelt so viel wie vor fünf Jahren.

su mit Reuters

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  • mit Unterstützung der Europäischen Union

  • Arbeitskosten setzen sich zusammen aus Löhnen und Gehältern sowie Lohnnebenkosten, wie beispielsweise den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber (Eurostat)