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Griechische Oppositionsparteien legen bei Kommunalwahlen zu

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Griechische Oppositionsparteien legen bei Kommunalwahlen zu

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Die kommende Europawahl nennt er ein Referendum über die Sparpolitik – für den linken Syriza-Parteichef Alexis Tsipras waren die griechischen Kommunalwahlen vom Wochende deshalb ein wichtiger Stimmungstest.

Nicht überall in Griechenland kann Syriza den Hochrechnungen zufolge punkten. In Athen aber schaffte es zum ersten Mal überhaupt eine Syriza-Kandidatin in die zweite Runde. Rena Dourou liefert sich dort mit dem amtierenden partei-unabhängigen Bürgermeister ein Kopf-Rennen. Auch in der umgebenden wichtigen Industrie-Region Attika liegt Syriza vorn.

“Syriza ist unsere Hoffnung, unsere einzige Hoffnung, wenn wir zurückbekommen wollen, was uns genommen wurde”, so eine ältere Frau auf einer der vielen Demonstrationen in Athen. Ein junger Demonstrant ergänzt: “Syriza ist das neue Ding, unser eigenes Ding. Es ist eine Bewegung, in der es um uns geht, in der wir nicht nur eine Nebenrolle spielen.”

Beobachter prophezeien Syriza bei den Europawahlen ein gutes Ergebnis. Der in Athen mit hauchdünner Mehrheit regierenden konservativ-sozialistischen Koalition würde die Partei damit noch gefährlicher werden.

“Seit die konservativ-sozialistische Koalition regiert, ist Syriza eine der wichtigsten Kritikerinnen des Regierungskurses. Gleichzeitig versucht die Partei selbst alternative Konzepte vorzulegen, um die Wähler davon zu überzeugen, dass sie auch regieren könnte.”

Welche Oppositionspartei die Wut der Griechen am weitesten trägt, wird sich am kommenden Wochenende zeigen.

euronews-Korrespondent Stamatis Giannisis: “Es ist das ersten Mal in der griechischen Geschichte, dass eine Partei, die noch weiter links als die regierenden Sozialisten steht, den die Europawahl gewinnen könnte und daheim die etablierten Parteien bedroht. Um den Erfolg fortzusetzen muss Syriza allerdings auch ihre internen Differenzen überwinden, und den Sozialisten sowie den Kommunisten weitere Stimmen abnehmen.”