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Unruhen in Libyen greifen auf Hauptstadt über

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Unruhen in Libyen greifen auf Hauptstadt über

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Die blutigen Unruhen in Bengasi mit mindestens 75 Toten haben auch Libyens Hauptstadt Tripolis erfasst. Dort stürmten Bewaffnete das Parlament. Später entbrannten heftige Schießereien, in deren Verlauf nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen starben und 66 weitere verletzt wurden.

Bei den Angreifern handelt es sich um abtrünnige Soldaten, die sich als libysche Nationalarmee bezeichnen. Ihr Ziel ist nach eigenen Angaben die Vertreibung der islamistischen Milizen aus Libyen.

“Die libysche Regierung verurteilt jede Durchsetzung einer politischen Meinúng mit den Mitteln der Gewalt beziehungsweise mit der Hilfe von Waffen,” sagte der libysche Justizminister Salah Al-Marghani. Und weiter:
“Wir fordern ein sofortiges Ende der Waffengewalt.”

Die Truppe aufständischer Soldaten steht unter dem Befehl des früheren Generalmajors Chalifa Haftar, der die eigenmächtige Militäroperation gegen radikal-islamische Brigaden am Freitag in Bengasi gestartet hat und am Sonntag als sogenannte “Säuberungsaktion” ausweitete.

Ein Sprecher der Haftar-Truppe sagte, seine Soldaten wollten nun Extremisten auch in Tripolis bekämpfen, festnehmen und ihre Unterstützer im Parlament
bestrafen. Haftar hatte bereits im vergangenen Frühjahr erfolglos den Sturz der Regierung versucht..