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Balkanflut: Warnung vor Seuchen und Kriegsminen

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Balkanflut: Warnung vor Seuchen und Kriegsminen

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Angesichts des verheerenden Balkan-Hochwassers warnen die Behörden in Serbien und Bosnien-Herzegowina vor Seuchen und freigespülten Kriegsminen.

Allein in der bosnischen Stadt Samac sind in den vergangenen Tagen mehr als viertausend Menschen aus den Fluten gerettet worden. Im Rettungseinsatz sind auch ausländische Hubschrauber aus Kroatien, Slowenien und Russland. Ferner haben 14 EU-Staaten Hilfsmaßnahmen eingeleitet oder sind bereits vor Ort.

Bislang sind auf dem Balkan mehr als vier Dutzend Menschen ums Leben gekommen.

Neue Seuchen-Gefahren bergen durch Tierkadaver verunreinigte Gewässer.

Besonders unberechenbar ist die Lage durch freigespülte Landminen.

Der bosnische Außenminister zog eine Zwischenbilanz:

“Vor allem die Erdrutsche zerstören jetzt unser Land. Mehr als 2000 davon haben wir registriert. Und es existieren etwa 9400 Minenfelder.”

Allein in Bosnien-Herzegowina vermuten Experten des multinationalen Minenaktionszentrums noch etwa 120.000 Sprengkörper. Die Minen könnten von den Fluten hochgespült und fortgetragen werden. Auch mit feuchten Zündmechanismen bilden sie eine tödliche Gefahr.

In Serbien haben die Behörden bereits neue Evakuierungen angeordnet, weil der Fluss Save nach dem Hochwasser in Kroatien und Bosnien auch dort über die Ufer zu treten drohte.