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Flutopfer auf dem Balkan: Wieder Hab und Gut verloren

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Flutopfer auf dem Balkan: Wieder Hab und Gut verloren

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Die Flutkatastrophe gilt nach bosnischen Regierungsangaben als die schwerste seit Beginn der Aufzeichnungen. Der bosnische Politiker und Mitglied des Staatspräsidiums Bakir Izetbegovic sagte, für die Menschen hier sei es die schlimmste Katastrophe seit dem Bosnien-Krieg. Die Schäden in der Landwirtschaft dürften sich nach einer Schätzung des Bauernverbands auf mehrere Milliarden Euro belaufen.

Hatizda Muhic aus Maglaj hat nach dem Bosnienkrieg ihr zerstörtes Haus wieder aufgebaut. Jetzt, sagt sie, ist wieder alles weg. Sie sagt: “Nach dem Krieg habe ich noch einmal von vorne angefangen. Ich habe meine Möbel wieder hergerichtet, mein Sofa, meinen Schrank, in den sie Löcher reingeschossen hatten. Aber jetzt ist der Schrank durch das Wasser völlig zerstört. Alles, was unten war, ist verloren.”

Nevenka Djuric aus Tuzla hat es noch schlimmer getroffen. Sie hat gleich ihr ganzes Haus verloren. Es wurde unterspült und brach in sich zusammen. Sie ist verzweifelt: “Alles, was wir seit Kriegsende wiederaufgebaut hatten, ist uns innerhalb von zwei Tagen von den Fluten genommen worden. Wo sollen wir jetzt hin und was sollen wir mit unseren Tieren machen? Wir brauchen unsere Tiere doch zum Leben. Wohin sollen wir gehen?”

In der Nacht zum Dienstag mussten erneut Tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Insgesamt kamen bislang in den drei Ländern Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien mindestens 47 Menschen ums Leben, einige werden noch vermisst. Die Gefahr in den Hochwassergebieten auf dem Balkan ist noch nicht gebannt. Es drohen neue Regenfälle. Auch die Donau könnte über die Ufer treten.