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Top-Oligarch der Ukraine gegen prorussische Separatisten

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Top-Oligarch der Ukraine gegen prorussische Separatisten

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Rinat Achmetow, der reichste Mann der Ukraine, hat Stellung bezogen gegen die prorussischen Separatisten. In der Industriestadt Donezk forderten daraufhin Zehntausende ein Ende der Gewalt in der Region, die seit Wochen von Kämpfen erschüttert wird – unter anderem im Stadion des Fußballclubs Schachtar Donezk. Präsident: Rinat Achmetow.

In einer Videobotschaft hatte sich der Großindustrielle an die Seite der Zentralregierung gestellt – nach langem Pokerspiel – und zu einem Warnstreik aufgerufen.

Rinat Achmetow, Kohle-und Stahlmagnat im Osten der Ukraine:

“Ich möchte allen sagen, wir hören nicht auf. Sie werden uns nicht einschüchtern. Niemand wird uns einschüchtern. Auch die nicht, die sich selbst Volksrepublik Donezk nennen.”

Anhänger der „Volksrepublik Donezk“ bitten seit einem umstrittenen Referendum um Anschluss der Ostukraine an Russland.

Achmetows Beteiligungsgesellschaft kontrolliert ein Firmengeflecht aus über 100 Unternehmen – große Teile der ostukrainischen Stahl- und Kohleindustrie – mit rund 300.000 Beschäftigten.

Sergey Kulitsh, einer der Arbeiter:

“Panzer und Gewehre haben keinen Platz in unserer Stadt, das ist die Stadt, die die Mehrheit der Bevölkerung ernährt, in der ganzen Ukraine. Das ist die Stadt, die Geld nach Kiew schickt und von der meine Familie lebt.”

Das Vermögen des Oligarchen Achmetow entstand nach dem Zerfall der Sowjetunion und wird auf 8,5 Milliarden Euro geschätzt.

Politisch und finanziell unterstützte Achmetow jahrelang Viktor Janukowitsch. Janukowitsch wurde während der Maidan-Proteste als Präsident abgesetzt und lebt seit Ende Februar im Asyl in Russland.

Achmetow, so heißt es in Kiew, favorisiere den reichen Geschäftsmann Pjotr Poroschenko als neuen Präsidenten. Und auch Moskau scheint sich mit dem Süßwarenunternehmer arrangieren zu können. Nicht auszuschließen, meint etwa der Politologe Wadim Karassjow, dass sich Oligarch und Kreml abgestimmt haben.

su mit dpa