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Die Oper in Damaskus: Kultur trotz Bürgerkrieg

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Die Oper in Damaskus: Kultur trotz Bürgerkrieg

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Auch die Kulturszene in Damaskus leidet unter dem blutigen Bürgerkrieg in Syrien. Die Oper in der Hauptstadt liegt am Umayyad Platz, nicht weit vom Verteidigungsministerium und dem Sitz der gefürchteten Geheimpolizei. Immer wieder schlagen dort Mörsergranaten ein, oder Autobomben gehen in die Luft. Eine Augenzeugin berichtet:

“Als wir uns hinschmissen, haben wir am Anfang nichts gespürt. Dann haben wir bemerkt, dass unsere Körper heiß wurden und wir überall bluteten. Soldaten brachten uns ins Krankenhaus. Gott sei Dank wurde uns dort geholfen.”

Die Oper steht zwischen den Fronten. Unter den Opfern der Angriffe sind auch Musiker und Künstler.

Lama Sallouh, Direktor des Opernhauses:
“Einige von ihnen wurden sofort getötet, andere wurden ins Krankenhaus gebracht und starben später. Es ist ein schlimmes Gefühl, Freunde und Kollegen sterben zu sehen, mit denen man zehn Jahre zusammengearbeitet hat.”

Missak Baghboudarian, Leiter des Symphonieorchesters:

“Es ist nicht einfach zu spielen, wenn man jeden Tag mitbekommt, wie Menschen sterben. Kinder sind unter den Opfern, wir hören die Bomben einschlagen. Wir haben Kollegen und Freunde verloren. Aber es muss weitergehen.”

Trotz der düsteren politischen Situation gibt es sporadisch Konzerte und Theateraufführungen an der Oper in Damaskus – allerdings mit viel weniger Personal.