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Doku "Red Army" in Cannes: Eishockeyteam spiegelt die Geschichte der Sowjetunion

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Doku "Red Army" in Cannes: Eishockeyteam spiegelt die Geschichte der Sowjetunion

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Cannes
ist immer wieder auch ein Ort für unerwartete Begegnungen – so der Fall beim Dokumentarfilm “Red Army”. Der Streifen von Gabe Polsky, der außer Konkurrenz präsentiert wird, zeigt die sozialen und kulturellen Veränderungen der Sowjetunion anhand der Erfahrungen des nationalen Eishockey-Teams.

Der Regisseur, der selbst Hockey spielt, war angetan von dem eleganten Spiel der Russen:

“Ich bevorzuge diese Art des Spiels, ich glaube, sie haben diesen Sport, Hockey, wirklich auf eine andere Ebene gehoben. Über Eishockey wurde mein Interesse an der Sowjetunion geweckt, an meinen Wurzeln. Ich wollte herausfinden, warum sie so gut spielen und was da drüben los war.”

Für das nationale russische Eishockeyteam der sogenannten “Roten Armee” wird man im Alter ab acht Jahren rekrutiert. Die Spielerkarriere des russischen Hockeystars Wjatscheslaw Fetissow umspannt die wichtigsten Wendepunkte seines Landes. Er ist ehemaliger russischer Sportminister und gilt als einer der besten Spieler aller Zeiten. Der Dokumentation stand er anfangs zurückhaltend gegenüber:

“Gabe Polsky ist ein sehr talentierter Junge, er versuchte, mich von Anfang an an dem Film zu beteiligen. Aus irgendeinem Grund sträubte ich mich aber. Das erste Mal sollte ich ihn für eine Viertelstunde treffen, unser Gespräch vor der Kamera dauerte dann aber sechs Stunden. Wir sprachen über das Team, Hockey, die politische Situation und das Leben allgemein. Man nannte uns immer die “Rote Maschine”, aber in erster Linie sind wir Menschen.”

Der von Werner Herzog und Jerry Weintraub produzierte Film läuft in einem Sonderprogramm von Cannes.