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Gehaltsregeln, Kapitalerhöhung - Aktionäre machen Stunk bei der Deutschen Bank

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Gehaltsregeln, Kapitalerhöhung - Aktionäre machen Stunk bei der Deutschen Bank

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Die Deutsche Bank will so weitermachen wie bisher – nur anständiger. Viele Aktionäre bezweifeln, dass das klappt. Ärger gab es bei der Hauptversammlung wegen neuer Bonusregeln und der angekündigten Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro, mit einem Scheich aus Katar als neuem Großaktionär – der dritten seit der Finanzkrise.

Klaus Nieding, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz: 

“Man sieht aber daran, dass die Bank aus dem operativen Geschäft heraus nicht die Eigenkapitalziele erreicht, die sie sich gesteckt hat. Sie braucht den Kapitalmarkt und sie braucht den ausländischen Investor. Das führt bei den Aktionären zu einer deutlichen Verwässerung, es sei denn, sie ziehen nolens volens mit.”

Er stehe zur Kombination aus klassischem Bankgeschäft und dem Investmentbanking, sagte Co-Chef Anshu Jain, ein Investmentbanker, “ohne Wenn oder Aber”.

Bei der Deutschen Bank ist das Investmentbanking für viele teure Altlasten verantwortlich. Trotzdem will das Institut die Festgehälter von Investmentbankern erhöhen. Es
reagiert damit auf verschärfte EU-Bonusregeln – für Aktionärsschützer Nieding ein “Schluck aus der Pulle”.

Viele europäische Konkurrenten ziehen sich aus weiten Teilen des Investmentbankings zurück.

Für drohende juristische Niederlagen hat der Konzern derzeit 1,8 Milliarden Euro zurückgestellt. Die Bank rechnet mit weiteren Belastungen. Die Verfahren könnten im laufenden Jahr drei Milliarden Euro kosten, wie 2013.

Im Moment ist die Bank nach Angaben des Vorstands in etwa 1.000 Rechtsstreitigkeiten mit einem Streitwert von jeweils mehr als 100.000 Euro verwickelt. Dazu kämen etwa 180 Verfahren der Aufseher weltweit.

Seit der Finanzkrise war die Aktie der Deutschen Bank um drei Viertel abgestürzt – “enttäuschend”, wie Co-Chef Jürgen Fitschen zugestand.

su mit dpa