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Zu Tisch mit Napoleon auf Elba

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Zu Tisch mit Napoleon auf Elba

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Es geschah vor 200 Jahren: BonaparteNapoleon hatte die Schlacht von Leipzig verloren, die Karten in Europa wurden neu gemischt. Nach dem Vertrag von Fontainebleau wurde Napoleon gezwungen, bedingungslos abzudanken. Ihm wurde die Insel Elba als Wohnsitz zugewiesen und einzig der Kaisertitel belassen. Er nutzte die erzwungene Ruhepause, um die toskanische Insel zu entwickeln: Er ließ Olivenbäume pflanzen, förderte die Maulbeer-Seidenraupenzucht, reorganisierte den Bergbau und entwickelte die Produktion und die Ausfuhr von Wein. Derzeit feiert Elba das 200-jährige Jubiläum der Ankunft Napoleons.

Napoleonexpertin Gloria Peria: “Man kann sagen, dass Elba von Europa einverleibt wurde, denn 1802 nach den Verträgen von Florenz und Amiens wurde die Insel französisches Staatsgebiet. Sie hatte die Bedeutung von Paris, stand auf der gleichen Verwaltungsebene wie Paris. Hier kam das Amtsblatt an und damit all die in Paris beschlossenen Gesetze, die befolgt werden mussten.”

Französische Küche traf auf einheimische Spezialitäten und mediterrane Rezepte. Der toskanische Küchenchef Alvaro Claudi veröffentlichte ein Kochbuch mit dem Titel “A tavolo con l’Imperatore (“Zu Tisch mit dem Imperator”). Er präsentiert die Küche im Palazzina dei Mulini, dem Wohnsitz Napoleons in Portoferraio: “Das hier war der Raum, der für die Küche, das Backen und für die Eiscreme vorbehalten war. Napoleon liebte Schokolade. Wenn er zum Picknick aufbrach, war seine Kalesche immer gefüllt mit Früchten, Grappa, Wein (Chambertain) und Kuchen. Hier wurden auch Eiscreme und Sorbets hergestellt, was man sogar im Sommer vorbereiten konnte, denn auf Elba gibt es einen Ort namens “La nevera”, einen Berg, wo sich im Winter Schnee anhäuft, sodass man im Sommer Eis zur Verfügung hat.”

Im Rahmen der Jubiläumsfeier bieten viele Restaurants der Insel ein Napoleon-Menü an, das auf der traditionellen Küche Elbas des 19. Jahrhunderts basiert.