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Jerusalems Status: eine politische Sackgasse

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Jerusalems Status: eine politische Sackgasse

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Lesley aus London fragt:

“Die Heilige Stadt Jerusalem mit den drei monotheistischen Religionen wird von Israelis und Palästinensern als Haupstadt bezeichnet. Was ist der legale Status derzeit?”

Die Antwort von Sébastien Boussois, Politikwissenschaftler:

“Wie Sie gesagt haben, bezeichnen gleich drei monotheistische Religionen Jerusalem als ihre Heilige Stadt. Das ist jedoch keine keine Antwort auf eine politische Frage. Leider hat Jerusalem derzeit keinen Status. Die UNESCO kann die Stadt derzeit nicht einstufen.

Der Status Jerusalems sollte durch internationales Recht geregelt werden. Als Grundlage diente die Resolution der Vereinten Nationen von 1947, die jedoch von keiner der beiden Seiten eingehalten wurde.

Ein Teilungsplan sah einen jüdischen und einen palästinensischen Staat vor mit der Stadt Jerusalem als internationaler Zone – vor allem die heiligen Stätten.

Jerusalem wurde 1947 besetzt, doch 1967 eroberten die Israelis die Altstadt von den Jordaniern zurück.

1980 hat das israelische Parlament, die Knesset, Jerusalem einseitig als wiedervereinte Haupstadt des israelischen Staates einseitig erklärt – nicht aber die internationale Gemeinschaft. Alle Botschaften befinden sich deshalb in Tel Aviv.

Durch den Schritt Israels und die Forderung an die Palästinenser, Jerusalem aufzugeben und als israelische Hauptstadt anzuerkennen, befindet man sich heute in einer politischen, soziologischen und geopolitischen Sackgasse.

Eine Lösung kann nur ein globale Vereinbarung bringen. Jedoch nicht so, wie es die Osloer Verträge vorsahen, indem man das Problem, das für die isaraelische und die palästinensische Seite grundlegend ist, auf die Zukunft verschiebt .”

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