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Papstreise in ein unheilig zerstrittenes "Heiliges Land"

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Papstreise in ein unheilig zerstrittenes "Heiliges Land"

Papstreise in ein unheilig zerstrittenes "Heiliges Land"
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Willkommen auf Arabisch. Papst Franziskus wird auch Palästinenserpräsidennt Abbas die Hand schütteln. Gleich seine zweite Auslandsreise führt den Papst zur “Wiege des Christentums”. Ins “Heilige Land”, in dem ganz unheilige Konflikte ausgefochten werden. Es sei eine “Pilgerreise von ausschließlich religiöser Bedeutung” verlautet aus dem Vatikan. Geht das überhaupt? Bei all den Fettnäpfchen, die zwischen Jordanien, Israel und dem Westjordanland auf jeden hochrangigen Gast warten?
Die palästinensische Tourismusministerin betont, der Papst werde sich völlig ungeschützt ohne gepanzertes Fahrzeug bewegen. Er fühle sich bei den Palästinernsern eben sicher. Man werde ihn einfach so auf der Straße treffen können.

Dieser Papst will immer nahe bei den Menschen sein. Nicht auszuschließen, dass er auch in ein Flüchtlingslager geht. Aber damit würde er auch ein politisches Statement abgeben. In dieser zerrissenen Region gibt es heutzutage keine unpolitischen Besuche. Auch nicht bei den Kindern der nach Heimatrechten verlangenden Palästinenser.

Es haben sich viele Pilger aufgemacht, die ihr Kirchenoberhaupt auf diesem wichtigen Weg begleiten wollen. Ein jungen Mann hat 60.000 Kilometer quer durch 22 Länder zurückgelegt, um dem Papst sein Reisetagebuch zu überreichen.
Er wünscht sich eine Initiative aller Christen, ihren Glauben und ihre Identität zu bewahren. Hier, wo das Christentum entstanden ist.

Nun ist aber Jerusalem die Wiege gleich mehrerer Religionen. Ob Felsendom oder Klagemauer, auch Muslime und Juden haben hier ihre heiligen Stätten.
Aus diesem Grund hat Papst Franziskus einen Rabbiner und einen Muslim eingeladen, ihm Reisegefährten zu sein. Das gab es noch nie – Vertreter anderer Religionen in einer Päpstlichen Delegation. Ein katholischer Priester erinnert
an die gemeinsamen Wurzeln der drei Religionen in Jerusalem, weshalb die Gläubigen lernen sollten zusammen zu leben.

Der Zeitpunkt der Reise soll bewusst an jene von Paul VI. erinnern. Der kam als erster Papst überhaupt vor genau 50 Jahren. Er traf den orthodoxen Patriarchen Athenagoras, was ganz im Sinne des damals tagenden Reform-Konzils als Fortschritt im schwierigen Verhältnis der Ost- und der West-Kirche galt.

In Amman beginnt diese Papstreise. Weniger wegen der zwei Prozent Christen in Jordanien.
Vielmehr wegen Intoleranz in der Region, wo Christen in den Kriegen der jüngsten Zeit im Irak und in Syrien Flucht und Vertreibung zu erleiden haben.