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Türkei: Zahl der Todesopfer bei Protesten in Istanbul gestiegen

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Türkei: Zahl der Todesopfer bei Protesten in Istanbul gestiegen

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In Istanbul haben erneute Zusammenstöße zwischen der Polizei und Demonstranten zwei Todesopfer gefordert. Den Behörden zufolge starb bei den Protesten im Arbeiterstadtteil Okmeydani ein Mann durch die Explosion eines Sprengkörpers. Bereits am Donnerstag wurde ein Unbeteiligter durch einen Kopfschuss getötet. Mehrere Polizisten erlitten Verletzungen. Anlass der Proteste war unter anderem die Unzufriedenheit über das Verhalten der Regierung nach dem Grubenunglück in Soma.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verteidigte im Parlament in Ankara das Vorgehen der Polizei in Istanbul. Die Demonstranten, die auf Autos stiegen und diese zerstörten, seien Terroristen: “Denjenigen, die denken, dass sie unsere Regierung, meine Freunde, unsere Partei oder unsere Wähler angreifen, sei gesagt, dass sie einen großen Fehler machen. Denn ihre Angriffe richten sich gegen die Menschen in diesem Land, gegen ihre Freiheit, ihre Überzeugungen und gegen ihre Zukunft.”

Die Demonstranten in Istanbul wollten zudem an ein Todesopfer der vor fast einem Jahr ausgebrochenen Gezi-Proteste erinnern. Damals mündeten die Demonstrationen gegen ein Bauprojekt auf dem Gelände des Parks in landesweiten Protesten gegen den autoritären Stil der Regierung Erdogans. Mehrere Menschen starben, Tausende wurden verletzt.