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Thailand: Proteste gegen Militärputsch - General spricht als Teletubbie

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Thailand: Proteste gegen Militärputsch - General spricht als Teletubbie

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Am zweiten Tag nach dem Militärputsch in Thailand bleibt die Lage in Bangkok angespannt. Bei Protesten gegen die Machtergreifung durch die Armee kam es am Freitag in der Hauptstadt zu Auseinandersetzungen, zunächst jedoch ohne Verletzte. Die Soldaten lösten die Demonstration auf. Mindestens zwei Aktivisten wurden verhaftet – offensichtlich nicht ohne wütende Reaktionen: “Sie verhaften jemandem, bloß weil er ein Stück Papier hält?”, erboste sich eine Demonstrantin. Die Demonstranten ließen sich von dem verhängten Versammlungsverbot anscheinend nicht abschrecken. Bereits tagsüber gingen Hunderte auf die Straße. Sie fordern die Rückkehr zur Demokratie.

Die selbst ernannte Armeeregierung hatte die ehemalige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und zwei weitere frühere Regierungsmitglieder festgenommen. Ihren Aufenthaltsort wollte das Militär nicht preisgeben.Bevor sie wieder freigelassen werden könnten, müsse das Militär erst bestimmte Dinge im Land regeln, so ein Armeeangehöriger. Man wolle sie jedoch nicht länger als eine Woche festhalten.

Protest gegen das Handeln des Militärs gibt es auch auf Facebook: Auf der Seite des "Nationalen Rats zur Bewahrung des Friedens und der Ordnung" spotten Nutzer über die patriotische Militärmusik, die seit dem Putsch im Radio läuft. Fotos zeigen die neue Führung um Armeechef Prayuth Chan-ocha bei ihrer Fernsehansprache als Teletubbies. Ein Spott, der vielleicht nicht mehr lange möglich ist: Der General bereits damit gedroht, dass neben der Zensur des Rundfunkprogramms auch die sozialen Netzwerke eingeschränkt werden könnten.