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Ägypten wählt neuen Präsidenten - größte Herausforderung ist Wahlbeteiligung

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Ägypten wählt neuen Präsidenten - größte Herausforderung ist Wahlbeteiligung

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Sie klatschen, singen und schwenken Fahnen für ihren Kandidaten: Am ersten Tag der Präsidentenwahl in Ägypten haben Anhängerinnen des ehemaligen Armeechefs Abdel Fattah al-Sisi den Favoriten gefeiert. Doch in den ersten Stunden der zweitägigen Wahl haben erst wenige Ägypter ihre Stimme abgegeben. Die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi, die Muslimbrüder, hatten zum Boykott aufgerufen. Für eine junge al-Sisi-Anhängerin ist das keine Option: “Meine Stimme macht einen Unterschied. Es ist eine Pflicht, an dieser Wahl teilzunehmen und die Zukunft Ägyptens mitzubestimmen, so wie ich das in den vergangenen zwei Jahren gemacht habe.”

Dass al-Sisi die Wahl gewinnt, gilt unterdessen als so gut wie sicher. Die im Ausland lebenden Ägypter konnten bereits in der vergangenen Woche wählen, 94,5 Prozent gaben al-Sisi ihre Stimme. Der Feldmarschall a.D. trat im Gegensatz zu seinem Konkurrenten, dem Linkspolitiker Hamdien Sabahi, kein einziges Mal öffentlich im Wahlkampf auf. Al-Sisis Berater führten Sicherheitsbedenken als Begründung an.

Seitdem die Armee Ex-Präsident Mohammed Mursi unter Führung al-Sisis entmachtete, wird Ägypten immer wieder von tödlichen Anschlägen erschüttert. Die Wahl verlief in den ersten Stunden jedoch relativ friedlich. Vereinzelt wurden Störversuche durch Anhänger der Muslimbruderschaft gemeldet. euronews-Korrespondent Mohammed Shaikhibrahim blickt auf die Wahl: “Die größte Herausforderung bei dieser Abstimmung ist die Wahlbeteiligung. Sie gilt als Barometer für die Zufriedenheit der Ägypter und ihre Haltung gegenüber den politischen Kräften, die dazu aufrufen, die Wahl zu boykottieren.”