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Europawahl: Großparteien schwächer, EU-Skeptiker stärker

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Europawahl: Großparteien schwächer, EU-Skeptiker stärker

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Das Bild nach der Europawahl bietet für jeden etwas: Die Konservativen werden auch im neuen Europaparlament wieder stärkste Kraft, die Sozialdemokraten folgen etwas dahinter.

Zur drittstärksten Strömung werden nun aber EU-kritische oder sogar EU-feindliche Parteien.

Die Wahlbeteiligung lag wie letztes Mal bei 43 Prozent – aber mit einer Bandbreite von dreizehn Prozent in der Slowakei bis zu neunzig Prozent in Belgien mit seiner Wahlpflicht.

Wo gewählt wurde, gab es auch Überraschungen: In Frankreich wurde die Front National stärkste Kraft. Gut jeder vierte Franzose stimmte für die Euro- und fremdenfeindliche Partei.

Ihre Anhänger wollten nur eine Politik, nämlich eine Politik von Franzosen für Franzosen mit den Franzosen, sagt Parteichefin Marine Le Pen. Sie wollten nicht von außen geführt werden, durch Gesetze, die sie nicht gebilligt hätten, durch Kommissare, die nicht allgemein gewählt seien.

Große Dinge erwartet sich auch UKIP, die britische Unabhängigkeitspartei, die das Land aus der EU heraushaben will. Die bisherige Auszählung sieht sie etwas vor Labour und den Konservativen – für diese ein schwerer Schlag.

Ins Parlament würden jetzt etliche Europaskeptiker einziehen, sagt UKIP-Chef Nigel Farage. Ob das die europäische Politik verändere, müsse man sehen: Aber es werde starken Einfluss auf die Innenpolitik haben. Bis jetzt sei die europäische Integration immer als unausweichlich erschienen: Das sei mit diesen Wahlergebnissen vorbei.

Ein Problem für die EU-Gegner und -Skeptiker ist, dass sie sich außerhalb dieser Gegnerschaft stark unterscheiden: So wollen UKIP oder die deutsche AfD nichts zu tun haben mit der Front National, die AfD aber auch nicht unbedingt mit UKIP.

European parliament elections