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Ukrainische Präsidentschaftwahl: Blockade im Osten, hohe Beteiligung im Süden

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Ukrainische Präsidentschaftwahl: Blockade im Osten, hohe Beteiligung im Süden

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Der Osten der Ukraine hat sich nur sehr eingeschränkt an der ukrainischen Präsidentenwahl beteiligt. Wer wählen wollte und die Drohungen der Separatistengruppen in Kauf nahm, musste erst einmal eine offenes Wahllokal finden.

In der Region Donezk, in der etwa 3,3 Millionen Wahlberechtigte leben, war bei einer Zählung am Sonntagmorgen nur etwa jedes fünfte Wahllokal geöffnet. In Kramatorsk blieben gar sämtlich Wahllokale geschlossen.

“Warum sollte man den Präsidenten eines anderen Landes wählen?”, so ein Separatistenkämpfer. “Die Wahl findet hier nicht statt, niemand hat sie vorbereitet und niemand will hingehen.”

Ein Familienvater in Kramatorsk hat sich in die Situation gefügt: “Um zu wählen muss man in eine andere Stadt gehen. Und um in eine andere Stadt zu kommen, muss man durch eine Reihe von Checkpoints der ukrainischen Armee und der Separatisten. Also machen wir hier einen Spaziergang.”

Bei Kämpfen kamen rund um Donezk und in der Region Luhansk erneut mehrere Menschen ums Leben, darunter auch ein italienischer Journalist.

Fast ohne Zwischenfälle verlief die Wahl dagegen offenbar im Süden der Ukraine. Aus Odessa, wo es ebenfalls Unruhen gegeben hatte, meldete ein deutscher Wahlbeobachter eine augenscheinlich hohe Wahlbeteiligung.