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EU unterbreitet Kompromissvorschlag im russisch-ukrainischen Gasstreit

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EU unterbreitet Kompromissvorschlag im russisch-ukrainischen Gasstreit

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Seit Wochen herrscht eine scheinbar unauflösbare Pattsituation, jetzt soll ein Kompromissvorschlag neue Bewegung in den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine bringen.

Falls die Ukraine diese Woche eine Anzahlung von zwei Milliarden US-Dollar an Gazprom überweist, könnten die Preisverhandlungen zumindest fortgeführt werden. Das ist das Ergebnis neuer ukrainisch-russischer Gespräche in Berlin unter Vermittlung des EU-Energiekommissars Günter Oettinger.

Der russischer Energieminister Alexander Novak gab sich aufgeschlossen zu dem Vorschlag: “Unsere Seite ist bereit, die Preisverhandlungen über die zukünftige Gaslieferungen weiterzuführen, wenn wir bis diesen Freitag die Zahlung erhalten.”

Die Ukraine weigert sich bislang, ihre Schulden für erfolgte Lieferungen zu begleichen, weil der russische Gazprom-Konzern zuletzt gewährte Rabatte nicht mehr einhalten will und den Gaspreis so effektiv um 80 Prozent erhöht hat.

Man werde nur einen vernünftigen Preis zahlen, so der ukrainische Energieminister Yuri Prodan: “Ich möchte noch einmal betonen, dass es nicht um die Zahlung geht, sondern um einen fairen Marktpreis. Die Zahlung ist kein Problem und wenn wir zu einem fairen Preis kommen, dann wird die Ukraine ihre Schulden bezahlen.”

Gazprom verlangt von der Ukraine derzeit 485 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas. Das sind gut 24 Prozent mehr, als westeuropäische Länder im Schnitt für russisches Gas bezahlen.

Bis Mittwoch sollen sich beiden Seiten zu dem Kompromissvorschlag äußern. Falls es zu einer Einigung kommt, könnte am Freitag weiterverhandelt werden.