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Finanzskandal bei Frankreichs größter Oppositionspartei UMP

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Finanzskandal bei Frankreichs größter Oppositionspartei UMP

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Der Chef der größten französischen Oppositionspartei UMP, Jean-François Copé, stellt nach neuen Enthüllungen über einen Finanzskandal seinen Posten zur Verfügung. Der Rücktritt werde zum 15. Juni erfolgen. Hintergrund des Finanzskandals ist die Überweisung von Parteigeldern in Millionenhöhe an die PR-Firma “Bygmalion”, die von Vertrauten Copés geführt wird und den Wahlkampf Nicolas Sarkozys 2012 organisierte.

Der Anwalt der PR-Firma, Patrick Maisonneuve, hatte das Lager um Ex-Präsident Sarkozy für die falschen Rechnungen in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro verantwortlich gemacht. Die Firma sei gezwungen worden, die Rechnungen auszustellen, damit Sarkozy im Wahlkampf 2012 unerklärte Ausgaben habe rechtfertigen können. Der ebenfalls zurückgetretene Kabinettschef Copés, Jerome Lavrilleux, gab im französischen Fernsehen so wörtlich “Abweichungen” zu, sagte aber, Copé habe davon nichts gewusst. Der 50-jährige Copé hatte sich Hoffnungen auf eine Präsidentschaftskandidatur 2017 gemacht. Er hatte sich erst Ende 2012 in einem erbitterten Machtkampf um die Parteiführung intern durchgesetzt. Es besteht also der Verdacht, dass mit den Mitteln auf illegale Weise Ausgaben für den Präsidentschaftswahlkampf von Nicolas Sarkozy im Jahr 2012 finanziert wurden. Sarkozy unterlag dann dem Sozialisten François Hollande.