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Geringe Wahlbeteiligung bisher in Ägypten

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Geringe Wahlbeteiligung bisher in Ägypten

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Wir sprechen über die Wahlen in Ägypten mit unserem Korrespondenten in Kairo, Mohamed Scheich Ibrahim.

euronews:
“Hallo Mohamed, wie ist die Stimmung am zweiten Tag bei den Wahlen in Ägypten?”

Ibrahim:
“Was die Sicherheit angeht, gab es keine Vorkommnisse. Das liegt daran, dass die Sicherheitsmaßnahmen sehr streng sind. Vor den Wahllokalen sind viele Sicherheitskräfte postiert, die Wahllokale sind besonders geschützt. Die ägyptischen Streitkräfte und die ägyptische Polizei sind überall. Mehr als 200.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um zu garantieren, dass alles geregelt und ruhig abläuft und dass auch jeder, der wählen will, wählen gehen kann. Es soll sichergestellt werden, dass es keine Einschüchterungen gibt. Außerdem ist zu bemerken, dass verstärkt in den Medien, im Radio, im Fernsehen, Kampagnen laufen, um die Bevölkerung aufzufordern, wählen zu gehen, denn die Wahlbeteiligung ist momentan eher schwach.

euronews:
“Man spricht viel darüber, dass die ägyptische Bevölkerung tief gespalten ist, in zwei Lager, für und gegen Al-Sissi. Wie groß ist die Kluft?”

Ibrahim:
“Wichtig ist, wie es nach der Wahl aussieht. Welche Politik Al-Sissi führen wird und dann kann man eher sagen, wie groß die Kluft ist, wie er bei der Bevölkerung ankommt und welches Lager größer ist. Wird nach der Wahl eher der Weg der Versöhnung eingeschlagen oder wird es so zugehen wie damals, als der Islamist Mursi gewonnen hatte.”

euronews:
“Heisst ein Wahlsieg Al-Sissis automatisch, dass das Militär wieder alles in Ägypten bestimmt?”

Ibrahim:
“Das glaube ich nicht. Das Volk hat schließlich den Kampf der Revolution nicht umsonst geführt. Das Volk hat deutlich gemacht, wie wichtig Freiheit, Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit sind. Das ägyptische Volk würde eine Militärdiktatur nicht akzeptieren.”