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Malen und demonstrieren: Künstler erzählen ihre Maidan-Revolution


Kultur

Malen und demonstrieren: Künstler erzählen ihre Maidan-Revolution

Mit großformatigen Gemälden verarbeitet Tanya Cheprasova die jüngsten Geschehnisse auf dem Maidan. Ihre Bilder sind Momentaufnahmen, zeigen die Barrikaden, die Demonstrationen, den Ausbruch der Gewalt.

Die ukrainische Revolution hat viele Künstler des Landes inspiriert. Manche malten während der Straßenschlachten in Kiew, um den historischen Augenblick festzuhalten.

Die Künstlerin Marina Sochenko zum Beispiel, die eine Zeit lang beides machte, demonstrieren und malen. “Ein Künstler sollte das malen, was ihn am meisten berührt. Und genau das berührt dann die anderen Menschen”, sagt sie.

Auf dem Höhepunkt der Protestdemonstrationen gegen Viktor Janukowitsch schlossen sich mehrere Künstler zu einem Kollektiv zusammen. Tanya Cheprasova malte auf Leinwänden – und sie bemalte die Schutzhelme der Demonstranten. “Ich wollte zeigen, dass nach dem Krieg, nach der Revolution auch Schönheit übrig bleiben kann.”

IIm Nationalen Kunstmuseum der Ukraine in Kiew präsentiert derzeit eine Ausstellung Fotocollagen des Franzosen Eric Bouvet.

Der Fotograf reiste während der Proteste mehrmals nach Kiew. “(R) Evolution” lautet der Titel der Schau.

“Kunst befindet sich in der politischen Sphäre, besonders zeitgenössische Kunst”, sagt Natalia Shostak vom Nationalen Kunstmuseum. “Wir können uns nicht aus dem, was geschieht heraushalten.”

Bei den gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei auf dem Maidan wurden über 100 Menschen getötet. Auf beiden Seiten gab es Opfer. Wer die Täter sind, ist auch Monate später noch ungewiss. Ebenso die Zukunft der Ukraine.

Bis heute harren Demonstranten in Zelten auf dem Maidan Platz aus. Wie lange noch? Der frisch gewählte Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat sie aufgefordert, den Unabhängigkeitsplatz zu räumen.

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