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Sparkassen wollen nicht für EZB-Bankenaufsicht blechen

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Sparkassen wollen nicht für EZB-Bankenaufsicht blechen

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Die neue zentrale Bankenaufsicht in der Eurozone wird nach Schätzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) rund 260 Millionen Euro pro Jahr kosten, knapp zwei Drittel davon für Personal – geplant sind rund 800 Aufsichtsexperten.

Bezahlen sollen das nach einem Entwurf alle Kreditinstitute und zwar abhängig von ihrer Grösse und Bedeutung. Fällig werden danac zwischen 2.000 Euro für die kleinsten und etwa 15 Millionen Euro für die grössten Geldhäuser. Rund 130 der grössten und wichtigsten Banken der Eurozone sollen direkt unter der täglichen Aufsicht der EZB stehen.
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Die Zentralbank soll am 4. November die Oberaufsicht über die Banken der Eurozone übernehmen. Alle Ausgaben bis dahin, etwa für den laufenden Banken-Gesundheitscheck der grössten Institute in Europa, gehen noch auf ihre Kappe.

Die Sparkassen – sie werden als kleinere Institute nur indirekt über die nationalen Aufsichtsbehörden von der EZB kontrolliert – sollen auch zahlen. Sie legten sofort Einspruch gegen die neuen Gebühren ein.

Dazu die EZB: Wichtigstes Ziel sei, durch die Aufsicht neues Vertrauen in die Banken zu schaffen, sagte der für die Finanzen zuständige EZB-Direktor Steven Keuning. Davon würden alle Institute profitieren – indem sie sich dann billiger Geld besorgen und so ihre Finanzierungskosten senken könnten. “Es kann also gut sein, dass die Vorteile die Kosten übersteigen.”

Die Gebühren für die Bankenaufsicht sind gering, verglichen mit den Ausgaben für den geplanten Abwicklungsfonds, in den die Banken von 2016 bis 2024 insgesamt 55 Milliarden Euro einzahlen sollen. Auch hier fordern Sparkassen und Volksbanken einen kräftigen Rabatt, wegen ihres risikoarmen Geschäftsmodells.

Der Abwicklungsfonds ist neben der Bankenaufsicht zentraler Baustein der europäischen Bankenunion. Steuerzahler sollen nicht mehr für Bankpleiten haften müssen – oder nur als letzte Möglichkeit. Gläubiger und Eigentümer der Banken sollen von 2016 an stärker in die Pflicht genommen werden.

su mit Reuters