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Ägyptische Wahlkommission verlängert die Präsidentenwahl um einen Tag

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Ägyptische Wahlkommission verlängert die Präsidentenwahl um einen Tag

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Die ägyptische Wahlkommission hat beschlossen, die Präsidentenwahl um einen Tag zu verlängern. All jene, die noch nicht gewählt haben, sollen am Mittwoch noch einmal die Gelegenheit dazu bekommen.

Angeblich seien einige Wahllokale nicht mit dem Andrang zurecht gekommen, so euronews-Korrespondent Mohammed Shaikhibrahim: “Die Wahlkommission sagt auch, man wolle all jenen die Möglichkeit geben, ihre Stimme abzugeben, die weit von ihrem Bezirk entfernt arbeiten. Viele halten die Entscheidung jedoch für den Versuch, die Wahlbeteiligung zu erhöhen, die in den Worten der Aufsicht noch immer zwischen eingeschränkt und mittelmäßig rangiert.”

Wahlbeobachtern zufolge liegt die Beteiligung bisher bei mageren 37 Prozent. Viele Ägypter sehen offenbar keinen Grund sich zu beteiligen oder zweifeln am Sinn der Wahl.

“Ich habe schon mehrmals bei Wahlen mitgemacht, und am Ende haben sie nichts gebracht, meine Stimmzettel landeten fünf Mal im Papierkorb. Warum sollte ich das nocheinmal machen?”, meint ein Mann.

“Es ist klar, dass al-Sisi diese Wahl gewinnen wird. Deshalb müssen wir nicht unbedingt mitmachen”, sagt ein anderer. “Das ganze ist eh eine Show, wir werden bald wieder beim alten Regime angekommen sein.”

Ein Sieg Abdel Fatah al-Sisis gilt als sicher, seine Popularität übersteigt die des Mitbewerbers Hamdin Sabahi bei weitem.

Eine niedrige Beteiligung währe für den ehemaligen Militärchef – der sich schon zuvor zum Sieger und die Wahl zum Massenevent hochstilisiert hatte – aber ein dauerhafter Makel an der Legitimität seiner Macht.

Der im vergangenen Jahr gestürzte Präsident Mohammed Mursi stützte sich bei seiner Wahl 2012 auf eine Beteiligung von knapp 52 Prozent.