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Cannes-Preisträger Dolan: "Man macht Kino, um geliebt zu werden"

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Cannes-Preisträger Dolan: "Man macht Kino, um geliebt zu werden"

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Eine der großen Entdeckungen und Überraschungen beim aktuellen Filmfestival von Cannes war Xavier Dolans Film “Mommy”, der den Preis der Jury gewann. Auf dem roten Teppich wurde er von seinen zwei Lieblingsschauspielerinnen begleitet, Anne Dorval und Suzanne Clément. Auch dabei: Antoine-Olivier Pilon. Der gerade mal 25 Jahre alte Regisseur aus Kanada teilt sich den Preis mit dem 83-jährigen Jean-Luc Godard.

Dolan: “Diese Preisvergabe ist ganz klar ein Statement, es ist interessant, zwei Filmemacher auf diese Weise zu verbinden, von denen der eine auf dem Gipfel, der anderem am Anfang seiner Karriere steht. Ich habe großen Respekt vor Godard. Er war zwar heute abend nicht hier, aber es hätte mich sehr bewegt, an seiner Seite zu sein. Die Vergabe an uns beide ist eine schöne Idee.”

Im Film “Mommy” geht es um die Schwierigkeiten, die eine alleinerziehende Mutter, dargestellt von Dorval, mit ihrem Sohn Steve hat. Steve, verkörpert von Pilon, hat ADHS, immer wieder wird er gewalttätig. Die Enge des Lebens wird auch durch das ungewöhnliche Format ausgedrückt: Die Bilder sind quadratisch. Erst als Kyla in das Leben von Mutter und Sohn tritt, ändert sich einiges.

Dolan: “Man macht Kino um sich auszudrücken, so, wie das auch jeder Maler tut. Er hofft, dass irgendjemand sein Werk lieben und vor allem verstehen wird. Und wir, die Regisseure, machen dasselbe, man macht Kino, um verstanden zu werden und um die Menschen zu lieben; und um – im Idealfall – auch von ihnen geliebt zu werden.”

Xavier Dolan gilt als einer der vielversprechendsten jungen Filmemacher. Er schreibt die Drehbücher, schneidet und führt Regie. Seine Filme sind ein pulsierendes Zeugnis seiner Energie.

Dolan: “Meine Schauspieler sind nicht nur Schauspieler, sie sind Künstler, Schöpfende, es sind Leute mit überquellender Phantasie und es sind Leute, die meinen Anweisungen ganz genau zuhören. Denn sie wollen im Team gemeinsam einen Film machen, der funktioniert, der macht, was er tun soll, der ans Herz geht.”