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Leben zwischen den Barrikaden in Donezk: "Ich habe einfach nur noch Angst"

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Leben zwischen den Barrikaden in Donezk: "Ich habe einfach nur noch Angst"

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In der Innenstadt von Donezk haben mehrere Hundert Bergarbeiter gegen die militärische Offensive der Regierung protestiert. Doch das Bild ist nicht so eindeutig, wie es scheint: Viele Bewohner wünschen sich, dass die Regierungstruppen die Stadt von den Separatisten der selbst ernannten Volksrepublik von Donezk befreien. Im Gegensatz zu den Minenarbeitern trauen sie sich jedoch kaum vor die Kamera. “Wir protestieren gegen die sogenannte Anti-Terror-Operation, die wir Anti-Volksoperation nennen, weil sie die Bevölkerung tötet und Zivilisten trifft”, so ein Bergarbeiter. “Es gibt hier keine Separatisten, hier gibt es nur die Menschen des Donbass.”

Eine ältere Frau, die inmitten der Barrikaden wohnt, sagte: “Ich habe einfach nur noch Angst. Ich habe schon einen Krieg überlebt, das hat mir gereicht.”

Auch die Journalisten bekommen die Angst vor einer Regierungsoffensive zu spüren, so unser Korrespondent Sergio Cantone: “An den Barrikaden, an denen wir gestern noch standen, durften wir heute nicht mehr filmen. Sie zeigen demonstrativ ihre Kalaschnikows, um die Kameraleute und Fotografen einzuschüchtern. In der Stadt herrscht eine Atmosphäre wie bei einer Belagerung, besonders die Kämpfer der sogenannten Volksrepublik von Donezk fühlen sich bedroht.”