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Trotz Extratags: Niedrige Beteiligung an Ägyptens Präsidentenwahl

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Trotz Extratags: Niedrige Beteiligung an Ägyptens Präsidentenwahl

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Drei Tage Präsidentenwahl sind vorbei: Die Ägypter hatten noch einen zusätzlichen Tag Zeit bekommen, um den richtigen Staatspräsidenten zu wählen.

Die Wahllokale blieben somit auch am Mittwoch offen, nach einer kurzfristigen Entscheidung der Wahlkommission.

Zur Wahl steht neben dem früheren Armeechef Abdel Fattah al-Sisi nur ein einziger weiterer Bewerber.

Die islamistischen Moslembrüder, letztes Jahr gewaltsam von der Macht entfernt, hatten zum Wahlboykott aufgerufen.

Nach Angaben aus der Wahlkommission lag die Beteiligung nach zwei Tagen bei knapp vierzig Prozent – weit weniger als von Al-Sisi gewünscht.

Wer die Verhältnisse unter Langzeitmachthaber Hosni Mubarak gewohnt war, hält sogar diese Zahlen noch für viel zu hoch.

Wahlbeobachter kritisieren die Verlängerung der Wahl: “Für solche großen Änderungen in letzter Minute braucht man außergewöhnliche Umstände”, sagt Eric Bjornlund, Leiter einer westlichen Beobachtergruppe. “Unsere 86 Beobachter in ganz Ägypten haben nichts gesehen, was einen zusätzlichen Tag nötig gemacht hätte.”

Die Regierung drohte zum Schluss sogar Geldbußen für Nichtwähler an – auch das offenbar ohne Erfolg, zumal derartige Bußen kaum einmal eingetrieben werden.