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Ukraine: Washington bleibt nach Poroschenko-Wahlsieg pessimistisch

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Ukraine: Washington bleibt nach Poroschenko-Wahlsieg pessimistisch

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Die USA haben zurückhaltend auf den Wahlsieg des ukrainischen Unternehmers Petro Poroschenko reagiert. Das Weiße Haus gratulierte Poroschenko und den Ukrainern zu dem klaren Ergebnis, kritisierte aber erneut die Rolle Russlands in dem Konflikt.

Von einer Stabilisierung sei man weit entfernt, so der ehemaliger US-Botschafter in der Ukraine, John Herbst: “Wenn die Ukraine beschließt, dass sie gerne Mitglied der EU aber nicht der NATO wäre, dann ist das in Ordnung. Wenn sie weder Mitglied der EU noch der NATO sein möchte, dann ist das auch OK. Aber es ist nicht in Ordnung, wenn Russland seine Armee einsetzt, einen Aufstand anzettelt, wirtschaftlichen Druck ausübt und darauf besteht, dass die Ukraine Entscheidungen trifft, die der Kreml will. Das ist inakzeptabel.”

Der ehemaliger US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski glaubt in dem Konflikt vor allem kurzsichtige Motive zu erkennen: “Wenn Putin an die langfristigen Interessen Russlands denkt, dann müssten ihm eigentlich klar werden, dass es einem Russland mit guten Beziehungen zum Westen und der Ukraine wesentlich besser ergehen wird, als wenn es sich durch die Errichtung eines Eurasischen Imperiums isoliert.”

euronews-Korrespondent Stefan Grobe: “In den außenpolitischen Kreisen Washingtons geht die Sorge um, dass die Ukraine sich zu einem Krisenherd entwickeln könnte – etwas, das der neugewählte Präsident Poroschenko nicht zulassen will. Die Obama-Regierung wartet aber ersteinmal ab, wohlwissend, dass der Schlüssel zur Lösung des Konfliktes in Moskau liegt.”