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Nervöse Spannung in der Ostukraine: Separatisten warten auf den nächsten Angriff

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Nervöse Spannung in der Ostukraine: Separatisten warten auf den nächsten Angriff

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Es herrscht Nervosität in Donezk: In der ostukrainischen Stadt bereiten sich die schwer bewaffneten prorussischen Separatisten auf einen erwarteten Angriff der ukrainischen Spezialeinheiten vor. Es blieb bei kleineren Gefechten am Stadtrand – bislang.

Am nahegelegenen Flughafen hatten die ukrainischen Einheiten am Montag und Dienstag erstmals ohne Zurückhaltung zugegriffen und das seit Montag besetzte Gelände zurückerobert. Eigenen Angaben zufolge starben dabei 50 Separatisten. Es waren die bisher schwersten Kämpfe seit Beginn der Operation.

Im nahegelegenen Luhansk gab es am Mittwochabend offenbar wieder Tote auf beiden Seiten. Nach Regierungsangaben griffen Rebellen dort eine Einheit der Nationalgarde an.

Die Kämpfe, die anhaltenden Anspannung und die fehlende Aussicht auf ein Ende setzen unterdessen der Bevölkerung zu.
“Natürlich habe ich Angst”, so eine Einwohnerin von Donezk. In der Ferne sind Schüsse zu hören. “Letzte Nacht haben meine Eltern angerufen. Sie waren im Keller, weil Kampflugzeuge über die Stadt flogen und Schüsse fielen. Wir wissen nicht, wer da schießt und wo. Niemand sagt uns etwas, wir wissen garnichts.”

“Glauben sie nicht, dass ich mir Sorgen mache, wenn ein Kampfjet an meinem Balkon vorbeifliegt?”, fragt ein weitere Passant. “Natürlich bin ich besorgt. Es ist Zeit, das zu beenden, zu reden, sich auf etwas Friedliches zu einigen und mit dem Schießen aufzuhören. Ich denke, das ist möglich, und ich verstehe nicht, warum das noch nicht passiert ist.”

Lokale Medien in Donezk berichten außerdem zunehmend von Plünderungen durch bewaffnete Separatisten, die so ihren Bedarf nach Proviant decken.