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Unruhen in "Republik" Abchasien: Russland entsendet Vertreter

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Unruhen in "Republik" Abchasien: Russland entsendet Vertreter

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Die von Georgien abtrünnigen Region Abchasien steckt nach Massendemonstrationen und der Flucht des Präsidenten Alexander Ankvab am Dienstag in einer Regierungskrise. Nun entsandte Russland zwei hochrangige Berater in die Region – wie es hieß, um auf eine Normalisierung der Lage hinzuwirken.

Die Opposition wirft dem Präsidenten Korruption und Verschwendung vor, zu der für Dienstag anberaumten Volksversammlung sei er nicht erschienen. Wütende Demonstranten stürmten daraufhin kurzzeitig die Präsidialverwaltung. Ein “Koordinationsrat” will nun die Macht übernommen haben.

Ankvab, der sich noch in Abchasien selbst aufhalten soll, sprach von einem Umsturzversuch: “Noch haben wir die Chance, zu einem normalen Prozess und legalen Mitteln zurückzukehren. Rechtlich gesehen ist das, was hier passiert, ein bewaffneter Coup.”

Die Region Abchasien gehört völkerrechtlich zu Georgien, verwaltet sich aber seit einem Krieg 1993 weitgehend selbst. Die Region, das einst als die Riviera der Sowjetunion galt, ist finanziell und militärisch von Moskau abhängig, Russland unterhält dort eine Reihe von Militärstützpunkten. Nur wenige Länder haben Abchasien als eigenständigen Staat anerkannt.

Ein Teil der Opposition fordert die Integration der Region in die russische Föderation. Ein sogenanntes Assoziierungsabkommen mit Russland lehnte Präsident Ankvab zuletzt aber offenbar ab.