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Google, vergesslich

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Google, vergesslich

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Europäer können Google ab sofort auffordern, Links zu Informationen über sich zu löschen. Gut zwei Wochen nach dem Urteil des
Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum “Recht auf Vergessenwerden” im Internet hat der Such-Riese sein Verfahren für "Löschanträge" vorgestellt. Die Antragsteller müssen die Forderung zu jedem Link begründen und die Kopie eines Ausweises hochladen, um einen Missbrauch der Funktion
zu vermeiden. Google will dann jede Anfrage individuell prüfen und zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abwägen – Raum für weitere Auseinandersetzungen also.

Gelöscht werden nur Links in Google-Diensten in der EU, dazu in Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz – nicht aber etwa in der Domain “Google.com”.

Der Konzern habe bereits einige tausend
Anfragen erhalten, sagte ein Sprecher.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen.

Google müsse die Verweise aus seiner Ergebnisliste entfernen, wenn dort enthaltene Informationen das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz einer Person verletzen.

Jimmy Wales, Gründer des Online-Lexikons Wikipedia, hatte die EuGH-Entscheidung scharf als Schritt in Richtung Zensur kritisiert.

su mit dpa