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Keine letzte Ruhe: Proteste bei Beisetzung Jaruzelskis in Warschau

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Keine letzte Ruhe: Proteste bei Beisetzung Jaruzelskis in Warschau

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In Warschau ist der letzte kommunistische Staatschef Polens, General Wojciech Jaruzelski, mit militärischen Ehren beigesetzt worden. Jaruzelski war am vergangenen Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. Zu Lebzeiten war er in Polen umstritten, weil er im Dezember 1981 das Kriegsrecht verhängte. Zehntausende Mitglieder der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc wurden daraufhin festgenommen, Dutzende in den folgenden Monaten ermordet. Die Beisetzung wurde von Pfiffen und Zwischenrufen überschattet.

Polens ehemaliger Präsident Aleksander
Kwasniewski nannte Jaruzelski in seiner Grabrede einen bescheidenen Mann, der sein Leben Polen gewidmet habe. Man verabschiede sich von einem Politiker, der in einem schwierigen Moment der Krise die Verantwortung für den Staat übernommen und aus tiefster Überzeugung das kleinere Übel gewählt habe.

Jaruzelskis Witwe, Tochter und Enkel mussten wie die politischen
Trauergäste unter massivem Polizeiaufgebot und begleitet von einen Pfeifkonzert der Urne mit der Asche Jaruzelskis folgen. Schon vor der Warschauer Militärkathedrale war es am Rande der Trauermesse zu lauten Protesten gekommen.