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Steinigung in Pakistan: Ehemann im Zwielicht

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Steinigung in Pakistan: Ehemann im Zwielicht

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Im Fall der gesteinigten Pakistanerin ist der Ehemann der Getöteten offenbar in ein weiteres Tötungsdelikt verwickelt.

Mohammed Iqbal hat nach Polizeiangaben aus Liebe zu der gesteinigten 25-Jährigen seine erste Frau ermordet. Später sei ihm gegen Zahlung eines Blutgeldes an die Verwandtschaft des Opfers von dieser vergeben worden. Daraufhin wurde Iqbal aus dem Gefängnis entlassen. In einem Interview schildert Iqbal den Ablauf der Steinigung seiner zweiten Ehefrau durch deren Angehörige in der Stadt Lahore:

“Als wir einen Termin vor Gericht wahrnehmen wollten, sah ich, dass sich Angehörige meiner Frau hinter Autos versteckten. Wir wollten an ihnen vorbeigehen, aber sie schossen plötzlich auf uns. Dann bewarfen sie uns mit Steinen, die meine Frau und mich getroffen haben.”

Die Getötete war schwanger und hatte ihren 15 Jahre älteren Ehemann gegen den Willen ihrer Verwandtschaft im Januar geheiratet. Gegen die Praxis sogenannter Ehrenmorde demonstrierten in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Dutzende Menschen. Mehrere Verwandte der Gesteinigten, darunter ihr Vater, wurden bereits verhaftet. Weitere an dem Verbrechen beteiligte Verwandte sind flüchtig.