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Google nimmt Löschanträge entgegen

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Google nimmt Löschanträge entgegen

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Google setzt das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Recht auf Vergessenwerden im Internet um: ab sofort können Europäer die Löschung unerwünschter Suchergebnisse über sie beantragen. Der US-Konzern stellte am Freitag ein entsprechendes Formular ins Netz. Datenschützer und Internetaktivisten sind mit dem Vorgehen des Internetriesen aus dem kalifornischen Mountain View nicht einverstanden:

“Wir denken, dass es nicht weit genug geht. Auf der einen Seite kann sich der Internetnutzer reingelegt fühlen, weil Google von ihm verlangt, seinen Ausweis vorzulegen, was ein Problem hinsichtlich der Privatsphäre ist. Auf der anderen Seite wird der Nutzer diese Prozedur bei anderen Websites und Suchmaschinen wiederholen müssen. Und schließlich besteht Google darauf, dass nicht es die Entscheidung trifft, sondern die nationalen Aufsichtsbehörden”, klagt Kevin Hauzeur von der belgischen Piratenpartei.

Der EuGH hatte entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen, wenn dort enthaltene Informationen das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz verletzen.

Google macht keine Angaben dazu, wie lange die Bearbeitung der Anträge dauern könnte und wie viele Mitarbeiter dafür abgestellt worden seien. Der Konzern hat bereits einige tausend Anfragen erhalten.

Ein Google-Sprecher erklärte, das Urteil erfordere von Google “eine schwierige Abwägung” zwischen dem Recht des Einzelnen, vergessen zu werden, und dem Recht der Öffentlichkeit auf Information.

Gelöscht werden nur Links in Google-Diensten in den 28 EU-Ländern sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz – nicht aber etwa in der Domain “Google.com”.

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